Oktober 2

Hohe Auszeichnung für Dragan Mitrovski – mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt

Oktober 2, 2026


Der Vorsitzende des Kirchenvorstands der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Berlin, Dragan Mitrovski, ist am 1. Oktober 2026 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet worden. Die Ehrung gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Landes Berlin und würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise und über viele Jahre hinweg um die Stadt und ihre Bürger verdient gemacht haben.

Im Rahmen eines Festaktes im Roten Rathaus, dem Sitz des Regierenden Bürgermeisters und des Berliner Senats, überreichte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner Dragan Mitrovski den Verdienstorden. Gewürdigt wurden damit sein jahrzehntelanges Engagement in der Serbisch-Orthodoxen Kirche, seine Unterstützung für Menschen, die während der Kriegsjahre nach Berlin kamen, sowie sein Einsatz für Integration, Versöhnung, den interreligiösen Dialog und das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Festakt im Roten Rathaus

Die feierliche Ordensverleihung fand anlässlich des Verfassungstages des Landes Berlin statt, der alljährlich am 1. Oktober begangen wird. In diesem Jahr wurden zwölf Berliner mit dem Verdienstorden ausgezeichnet, die sich durch ihr langjähriges Wirken in besonderer Weise um das gesellschaftliche Leben der deutschen Hauptstadt verdient gemacht haben.

Der Verdienstorden des Landes Berlin wurde 1987 vom Berliner Senat anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins gestiftet. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich herausragende Verdienste um Berlin erworben haben. Traditionell werden Orden und Urkunde vom Regierenden Bürgermeister überreicht. Die Verleihung findet am 1. Oktober statt – dem Jahrestag des Inkrafttretens der Berliner Verfassung im Jahr 1950.

Im Vorfeld der diesjährigen Verleihung hob Kai Wegner die besondere Bedeutung des gesellschaftlichen Engagements hervor. Tausende Menschen setzten sich in Berlin für ein solidarisches Zusammenleben, für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Dieses Engagement, so Wegner, sei „der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält und sie damit auch noch resilienter macht.“

Mehr als drei Jahrzehnte im Dienst von Kirche, Gemeinschaft und Versöhnung

Einen besonderen Stellenwert während der Feierstunde nahm die persönliche Würdigung ein, die Kai Wegner Dragan Mitrovski und dessen jahrzehntelangem Wirken widmete.

Wegner erinnerte daran, dass Mitrovski vor mehr als drei Jahrzehnten den Vorsitz des Kirchenvorstands der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Berlin übernahm – in einer Zeit tiefgreifender historischer Veränderungen. Während Berlin nach dem Fall der Mauer zu Beginn der 1990er-Jahre in einen neuen Abschnitt seiner Geschichte eintrat, begannen im damaligen Jugoslawien Krieg, Zerfall und großes menschliches Leid. Die Auswirkungen dieser Konflikte waren auch unter den aus Jugoslawien stammenden Menschen in Deutschland zu spüren. Zugleich kamen zahlreiche Kriegsflüchtlinge nach Berlin.

Gerade in dieser schwierigen Zeit, so Wegner, hätten Dragan Mitrovski und die Serbisch-Orthodoxe Kirchengemeinde große Empathie und Hilfsbereitschaft gezeigt. Sie unterstützten die in Berlin ankommenden Menschen dabei, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen, sich ein neues Leben aufzubauen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Zugleich bemühten sie sich um Versöhnung zwischen den in Berlin lebenden Menschen aus den unterschiedlichen Völkern und Regionen des ehemaligen Jugoslawiens.

Besonders hob Wegner hervor, dass Dragan Mitrovski dieses Engagement aus seinem christlichen Glauben heraus maßgeblich mitgetragen habe. Über die Jahrzehnte hinweg leistete Mitrovski einen bedeutenden Beitrag zum Zusammenhalt und zur Stärkung der serbisch-orthodoxen Gemeinschaft in Berlin. Sein Wirken reicht, wie auch in der Begründung für die Auszeichnung hervorgehoben wurde, jedoch weit über die Grenzen der eigenen Kirchengemeinde hinaus. Sein Engagement gilt ebenso der Integration, dem interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie der Verständigung und dem Aufbau von Vertrauen zwischen Menschen.

In seiner Würdigung nannte Wegner die Werte, für die dieses Wirken stehe: „Toleranz und Respekt, Offenheit und Vielfalt, Solidarität und Menschlichkeit.“ Indem diese Werte gelebt würden, so der Regierende Bürgermeister, könne aus einem Gegeneinander ein Miteinander werden.

Eine der eindrücklichsten Passagen seiner Ansprache richtete Wegner unmittelbar an Dragan Mitrovski:

„Durch Ihr Wirken haben Sie gezeigt, dass Kirchen und gläubige Christen entscheidend zur Überwindung von Feindschaft und zur Versöhnung beitragen können.“

Wegner dankte Mitrovski für sein bisheriges Wirken und betonte zugleich, dass das Eintreten gegen Feindseligkeit und für Verständigung eine bleibende Aufgabe sei. Er zeigte sich überzeugt, dass Dragan Mitrovski dieses Engagement auch in Zukunft fortsetzen werde.

Am Ende seiner Würdigung brachte der Regierende Bürgermeister die Bedeutung der Auszeichnung auf den Punkt: „Ihre Verdienste würdigen wir heute mit der Verleihung des Berliner Landesverdienstordens.“

Eine besondere Auszeichnung auch für die serbische Gemeinschaft

Zu den Ehrengästen der Feierstunde gehörte auch die Botschafterin der Republik Serbien in der Bundesrepublik Deutschland, Snežana Janković. Ebenfalls anwesend war Predrag Đokić als Vertreter der Botschaft von Bosnien und Herzegowina in Deutschland. Ihre Anwesenheit unterstrich zugleich die Bedeutung, die dieser Auszeichnung auch über die Kirchengemeinde hinaus für die serbische Gemeinschaft zukommt.

Botschafterin Janković gratulierte Dragan Mitrovski nach der Ordensverleihung und würdigte sein jahrzehntelanges, engagiertes Wirken für die Stärkung der serbischen Gemeinschaft, für deren erfolgreiche Integration bei gleichzeitiger Bewahrung ihrer eigenen Wurzeln sowie für das Zusammenleben unterschiedlicher Nationen und Kulturen.

Sie betonte, dass diese hohe Auszeichnung nicht nur für Dragan Mitrovski persönlich, sondern für die gesamte serbische Gemeinschaft in Berlin und in Deutschland eine besondere Ehre und Anerkennung darstelle. Besonders würdigte sie seinen langjährigen Einsatz für das „Bauen von Brücken des Verständnisses und der Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Nationen in Deutschland“.

Vertreter aus Politik, Diplomatie und Kirche

Der Festakt brachte zahlreiche Persönlichkeiten aus dem öffentlichen, politischen, diplomatischen und kirchlichen Leben der deutschen Hauptstadt zusammen.

Zu den Gästen gehörten Franziska Giffey (SPD), Bürgermeisterin von Berlin und Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters, sowie Raed Saleh (SPD), langjähriger Vorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. An der Feierstunde nahm auch Eberhard Diepgen (CDU) teil, der als damaliger Regierender Bürgermeister von Berlin im Jahr 1987 die Einführung des Verdienstordens des Landes Berlin auf den Weg brachte.

Seitens der serbisch-orthodoxen Gemeinschaft waren unter anderem Erzpriester Veljko Gačić sowie die Mitglieder des Kirchenvorstands Petar Marinković und Draško Stevanović zugegen. Auch Mitglieder der Familie von Dragan Mitrovski begleiteten ihn und teilten mit ihm diesen besonderen und feierlichen Moment.

Würdigung eines jahrzehntelangen Dienstes

Die Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin an Dragan Mitrovski ist eine Würdigung von mehr als drei Jahrzehnten engagierten Wirkens – für die Serbisch-Orthodoxe Kirche und ihre Gläubigen, für die serbische Gemeinschaft in Berlin, aber ebenso für die Gesellschaft, in der unsere Gemeinschaft lebt und deren Teil sie ist.

Zugleich macht diese Auszeichnung in besonderer Weise sichtbar, welchen Beitrag Glaube, Kirche und der verantwortungsvolle Dienst am Mitmenschen dazu leisten können, Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und Frieden zwischen Menschen zu fördern.

Die Serbisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Berlin dankt Gott für dieses freudige und bedeutende Ereignis, gratuliert Dragan Mitrovski herzlich zu dieser hohen Auszeichnung und spricht ihm ihre tiefe Dankbarkeit für seinen jahrzehntelangen Einsatz, seine Hingabe und seinen Dienst an unserer Kirche und unserer Gemeinschaft aus.

На многаја љета – Auf viele Jahre!

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